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Immer mehr Frauen bleiben kinderlos: Von den Frauen, die 1935 geboren wurden, hatten noch neun Prozent keine Kinder. Schätzungen zufolge sind es bei der heutigen Elterngeneration bis zu 30 Prozent. das umfangreiche Leseangebot der britischen Community Gateway Women, gegründet von der Londonerin Jody Day. Es heißt „Rocking the life unexpected“ (leider bislang nur auf Englisch).Die Gründe dafür, warum Frauen kinderlos bleiben, sind vielfältig. Sie sind vielfältig: Ob man nun ab Mitte 30 keinen Partner finden konnte, oder ob der Partner, mit dem man während der fruchtbaren Jahre zusammen war, keine Kinder wollte, oder ob man es sich nicht leisten konnte, allein ein Kind großzuziehen, oder ob man während der fruchtbaren Jahre sehr oft krank war.Die Community startete sie im Jahr 2011, wie sie schreibt, um „childless-by-circumstance-women“ zu unterstützen, also Frauen, die aus welchen Umständen auch immer, kinderlos geblieben sind. Hinter jeder kinderlosen Frau steht eine andere Geschichte: „Der Raum namens Kinderlosigkeit hat viele Türen“, heißt es bei Gateway Women, nicht nur die mit der Aufschrift „wollte keine“ oder „konnte keine bekommen“.

Zusammengenommen erhöhen sie die Schamgrenze, darüber zu sprechen, für Booth deutlich: Wenn eine Frau schon keine Kinder hat, so das Klischee, dann wohl aus voller Überzeugung oder womöglich, weil es körperlich nicht möglich war – aber einfach, weil die Lebensumstände es nicht zuließen?Frauen, die dieses Schicksal teilen, haben oft große Probleme, darüber zu sprechen.Berlin - Mein Name ist Stephanie, ich bin 40 Jahre alt, Single und kinderlos – und es ist nicht das, was ich für mich selbst wollte.“ Es ist eine andere Form von Coming-out, von dem Stephanie Booth in ihrem Blog „Climb to the Stars“ berichtet.Denn es handelt sich um einen Satz, der gleich zwei gesellschaftliche Tabus enthält: Die Anglo-Schweizerin aus Lausanne ist eine – ungewollt – alleinstehende Frau, die – ungewollt – kinderlos geblieben ist.Doch so vielfältig die Gründe sind, so gering ist die gesellschaftliche Akzeptanz für dieses Schicksal.

„Ich habe Gateway Women ins Leben gerufen, um unsere Isolation zu beenden“, schreibt Jody Day, „und einen sicheren Ort zu schaffen, an dem wir über unseren Schmerz und unsere Trauer sprechen können.“ Dass diese Erfahrung tatsächlich in die soziale Isolation führen kann, weiß Tewes Wischmann, Dozent am Institut für Medizinische Psychologie des Universitätsklinikums Heidelberg, nur zu gut.

Er beschäftigt sich seit Jahren mit den Nöten von ungewollt Kinderlosen.

Die Situationen, mit denen die Frauen am Arbeitsplatz, im Freundeskreis oder in der Familie konfrontiert würden, seien oft nur schwer auszuhalten, sagt Tewes Wischmann.

Das offenbart die Online-Community Gateway Women, der sich auch Stephanie Booth angeschlossen hat.

Die Londonerin Jody Day, 50 Jahre alt, Single und kinderlos, hat die Community ins Leben gerufen, um zu zeigen, dass es viele Gründe für eine Frau geben kann, kinderlos zu sein – und dass der gesellschaftliche Druck, der auf ihr lastet, enorm hoch ist.

Manche würden sich kaum noch auf Familienfeste mit vielen Neffen und Nichten trauen.